Der Dichter in seiner Zeit
Julius Sturm war ein reußischer Dichter der Spätromantik. Christliche Erziehung im Elternhaus und das Theologiestudium in Jena bildeten die Grundlage seiner Weltanschauung.
Seine Lebensauffassung machte ihn aber nicht weltfremd. Sie half ihm, schwere persönliche Schicksalsschläge zu ertragen und öffnete ihm Herz und Sinn für die Belange seiner Mitmenschen - und das nicht nur in seiner Tätigkeit als Pfarrer in Göschitz und Köstritz.
Sturm beobachtete mit wachen, teilnehmenden Augen seine Umwelt und kleidete das Gesehene und das Erlebte meist in gefühlvolle Verse. Dabei bevorzugte er häufig das Sonett als Gedichtsform. Die deutsche Literaturgeschichte würdigte ihn mit seinen über 30 veröffentlichten Büchern im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert in vielen Lexika.
Julius Sturm liebte das private Heim und die Familie über alles. Er und seine Brüder standen dem reußischen Fürstenhaus sehr nahe und auch ihrer engeren Heimat um Köstritz fühlten sie sich zutiefst verbunden.
Seine Dichtungen weisen ihn als einen "Mann des Volkes" aus, aber auch als "Diener seiner beiden Herren". Er sah sich selbst als religiöser und als weltlicher Dichter und wünschte, dass die Nachwelt sein Gesamtwerk nicht teile.
Sturm: "Unter den Lyrikern steht mir Goethe obenan. Dann gehören noch zu meinen Lieblingsdichtern: Rückert, Lenau, Uhland, Eichendorf und Heine mit seinen kleinen Liedern."   Julius Sturm stur0016.jpg (34504 Byte)
Werke, die in mehreren Auflagen gedruckt worden sind:

...Julius Sturm war ein Dichter seiner Zeit; er war in ihr gefangen, aber er wusste sie sich auch zu eigen zu machen. Wenn er sich mit seinen Gedichten in den großen Strömen jener Zeit treiben lässt, dann ist dies nur zu verständlich. Er war einer von unzähligen Dichtern regionaler Berühmtheit, welche die deutsche Literaturlandschaft des 19. Jahrhunderts so reich machen. Er ragte nicht heraus, verschwand aber auch nicht nach einem kurzen Anfangserfolg in der Versenkung. Fleißig und talentiert arbeitete er an seinem Werk … (s. Eintrag in "Meyers Konverstions - Lexikon" 1888)
Dass er 180 Jahre nach seiner Geburt und 100 Jahre nach seiner Grablegung kaum noch zu den gelesenen Autoren zählt, hat seine Ursache in seiner Gebundenheit in eben jener Zeit, auch in seiner Verbundenheit zu seiner Region, nicht zuletzt zu Köstritz, seiner Geburtsstadt, der Stadt langer Jahre seines Wirkens als Pfarrer und Dichter und der Stadt, die sein Grab beherbergt und sein Andenken wahrt.
Heiko Stern (Elstertal-Bote 02.05.1996 S.7)
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Geschichte Gedenkzimmer
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Sturm - Gedenkzimmer
 
 Arbeitszimmer von Sturm
Zusammenarbeit mit Künstlern seiner Zeit
Vertonung seiner Texte Buchillustrationen
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KLICK-Musik Ludwig Richter

PM.

Eine Kurzbiografie
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Denkmal seit 1912
Ehrungen Sturm
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Grabmal Friedhof Köstritz
Texte zu Julius Sturm:
J. Sturm + L. Richter "Kinderleben"
Meyers Konversations - Lexikon 1888 Stichwort: Julius Sturm